Vortrag von Dirk Mansen, Leiter des HSV-Museums
Einen interessanten Einblick in die Entstehung und die Möglichkeiten eines Fußballmuseums gab es für Mitglieder und Freunde der Initiative Leidenschaft am Donnerstag, 12. April 2012,im Fritz-Walter-Stadion. Dirk Mansen, Leiter des HSV-Museums, gab einen tiefen Einblick in die Arbeit und die Entstehungsgeschichte des Vereinsmuseums der Hanseaten.
Die Initiative Leidenschaft, der Förderverein für das geplante und das sich im Aufbau befindende FCK-Museum, hatte gemeinsam mit dem Museumsteam des FCK in Dirk Mansen den perfekten Referenten gefunden. Der ehemalige Fanbeauftragte des Hamburger SV, unter anderem Gründungsmitglied des HSV-Supporters Club, begleitet das Museum des Norddeutschen Traditionsvereins von der allerersten Stunde an. So konnte er von den anfänglichen Schwierigkeiten und den jahrelangen Diskussionen innerhalb der Vereinsgremien über die Finanzierung ebenso berichten wie über den stetigen Aufbau und die Weiterentwicklung von einer kleinen Sammlung zu einem der bekanntesten Museen in Hamburg.
„Am Anfang wollten wir eigentlich nur ein paar Pokale ausstellen, dann haben wir gesehen, wie viele Dinge es rund um den HSV und die lange Vereinsgeschichte gibt und wie viele Emotionen da drin stecken“, erklärte Dirk Mansen bei seinem Vortrag in der Fritz-Walter-Museumsebene in der Osttribüne die Anfangszeit bei der Gründung des Museums. Erst nach zwei Jahren Planung gab es die ersten Kontakte zum Vorstand des Vereins und die Planer mussten deutlich machen, dass sich ein solches Museum künftig wirtschaftlich tragen kann, ehe sie die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt bekamen. Ziel des Museum war es, auch außerhalb der Spieltage Besucher ins Stadion zu locken. Dafür bedurfte es einer langen Planungsphase. Räumlichkeiten in der Arena mussten gefunden, die Kosten errechnet und Eintrittsgelder festgelegt werden. Und natürlich die entsprechenden Exponate gefunden werden, wobei der HSV hier das Glück hatte, auf ein seit den 20er Jahren bestehendes Archiv zurückgreifen zu können.
Inzwischen hat sich das 2004 eröffnete Vereinsmuseum etabliert und konnte im Jahr 2011 rund 56.000 Besucher begrüßen. Zählt man die Besucher hinzu, die im Rahmen einer Stadionführung durch das 700qm große Museum geleitet werden, kommt man auf über 100.000 im vergangenen Jahr. Der HSV bietet inzwischen spezielle Angebote für Schulen, Kinderferienprogramme, Fußballhistorische Stadtrundfahrten, Kindergeburtstage oder Sonderausstellungen im Rahmen des Museums an. Das Museum, das natürlich auch mit vielen weiteren Angeboten des Vereins wie Gastronomie und Fanshop verknüpft ist, trägt somit auch einen wichtigen Teil dazu bei, junge Fans an den Club zu binden.
Die aufwendig und interaktiv gestaltete Dokumentation der Geschichte des Vereins, der mit dem DFB-Pokal 1987 seinen letzten Titel gewann, ist inzwischen nicht nur für Fußballfans ein Ziel bei ihrem Besuch in der Hansestadt. „Wir haben es geschafft, den normalen Hamburg-Touristen ins Museum zu locken“, zeigte sich Museumsleiter Dirk Mansen zufrieden ob der positiven Entwicklung des Museums. Das dies jedoch auch in Hamburg viele Jahre harte Arbeit kostete, wurde bei dem kurzweiligen Vortrag deutlich.
Im Anschluss diskutierten die anwesenden Mitglieder der Initiative Leidenschaft ausgiebig über die Möglichkeiten, in der Pfalz vom HSV-Museum zu lernen. Dass der HSV mit 72.000 Mitgliedern und als Stadt mit zahlreichen touristischen Attraktionen natürlich andere Grundvoraussetzungen hat, wurde zwar deutlich, doch auch das große Potential des Pfälzer Traditionsvereins mit seiner langen und ruhmreichen Geschichte wurde hervorgehoben.













Auch vor dem Heimspiel gegen Schalke 04 am 18. März 2012 erhielt der Verein ein weiteres, tolles Geschenk von langjährigen Anhängern der Roten Teufel. Karl, Emmerich und Stefan Fortenbach hatten sich entschlossen, dem Verein die Büste ihres berühmten Vorfahren Karl Wünschel (1884-1959), der bereits 1909/10, in den 20er und 30er Jahren sowie kurz nach dem Zweiten Weltkrieg Vorsitzender des Vereins war, zu schenken. Der Direktor der Sparkasse Kaiserslautern Karl Wünschel, der als wichtiger Förderer von Fritz Walter galt, ist mit den drei Spendern verwandt. Die Neffen Karl und Emmerich haben noch mit ihrem Onkel in dessen Dienstwohnung am Stiftsplatz zu Mittag gegessen.
Einen schönen FCK-Abend mit vielen Erinnerungen und Gänsehaut erwartet alle Interessierten am Donnerstag, 23. Februar 2012, in der Fritz-Walter-Museumsebene. Beginn der Veranstaltung ist um 19.00 Uhr, Einlass ist ab 18.30 Uhr. Die Lesung von Autor Rudi Bößler steht unter dem Motto „Die Betzenbergstory mit Musik“. Durch das Programm führt Ralf „Steini“ Roeder, der auch für die musikalische Begleitung zuständig ist.
Das übergebene Schild von Frieder Mathis ist das Originalschild der ehemaligen Stadiongaststätte des FCK, das bis zum Neubau der Haupttribüne 1991 dort hing. Der damalige Wirt hat es vor dem Abriss abmontiert und mitgenommen. Über diverse Umwege ist es bei Frieder Mathis gelandet, bei dem es jahrelang im Garten hing und der es nun zusammen mit zwei wertvollen alten Trikots an den FCK übergab. Ralf und Julian Anstätt übergaben ein Trikot unserer „Walz aus der Pfalz“. Hans-Peter Briegel trug das Trikot in der Saison 1982/83, letztmals beim Spiel gegen Bayern München, das der FCK 1:0 durch ein Tor von ihm in der 73. Minute gewann. Ralf Anstätt hatte das Trikot zur Konfirmation bekommen und es später seinem Sohn vermacht. Ein tolles Exponat, das die beiden nun dem FCK als Leihgabe überreichten.
Neben Halbzeit-Gewinnspielen mit attraktiven Preisen und einer Verteil-Aktion im Stadionumlauf, die beim RLP-Derby über die „Neuen Stadtmitte und Stadtgalerie“ informiert, fand zum Auftakt der neuen Partnerschaft vor Anpfiff der Mainz-Partie eine Scheckübergabe zu Gunsten der neueröffneten Fritz-Walter-Museumseben statt. Als finanzielle Unterstützung des Museums-Projekt überreichte Arne Nachtigahl von der ECE einen Scheck in Höhe von 25.000 Euro an FCK-Vorstandsmitglied Fritz Grünewalt und Ehrenrat Norbert Thines. Als Teil der Partnerschaft soll die Spende dazu dienen, das Museums-Projekt des Pfälzer Traditionsvereins weiter voran zu bringen und in seiner Entwicklung zu fördern. Bestehend aus zwei Bereichen zeigt die Fotoausstellung „FCK International“ die größten Erfolge der Roten Teufel aus, während der „work in progress“-Teil eine Sammlung von Gegenständen darstellt, die sich in einsehbaren Holzkisten präsentieren. Dabei werden die Besucher aufgerufen, sich durch Sachspenden aktiv an der Gestaltung der Museumsebene zu beteiligen und diese mit Objekten aus der Vereinsgeschichte zu erweitern.


